Das ist ein Frachtflughafen, der zusätzlich Passagiere befördert — und dieser Unterschied erklärt fast alles an einer Ankunft hier. Leipzig/Halle ist der zweitgrößte Frachtflughafen Deutschlands und der viertgrößte Europas, mit den meisten reinen Frachtbewegungen der gesamten EU.
Er arbeitet also nachts, während die Passagierterminals ruhig sind, und kennt die Beschränkungen eines Stadtflughafens nicht. Eine Landung um drei Uhr nachts ist hier unauffällig. Auffällig ist aus Passagiersicht etwas anderes: Der Anschlussverkehr ist für den Tagbetrieb gebaut und nicht für den nächtlichen.
Er liegt zwischen Leipzig und Halle, je rund 20 km entfernt, an der A14 mit der A9 daneben — die A14 führt östlich nach Dresden und nordwestlich nach Magdeburg, die A9 südlich nach Nürnberg und nördlich nach Berlin. Terminal A ist das Zentralgebäude mit dem Check-in; in Terminal B liegt im Erdgeschoss die Ankunft — dort wartet Ihr Fahrer —, und die Abflugebene darüber ist in Schengen-, gemischte und Non-Schengen-Bereiche geteilt.
Mitteldeutschland dahinter ist kompakt und voller mittelgroßer Städte, die untereinander schlecht verbunden sind: Jena, Erfurt, Dessau, Chemnitz, Naumburg, Weimar und das Saaletal liegen alle in unkomplizierter Fahrweite — und keine davon hat eine Direktverbindung ab dem Flughafen.
Der Flughafen hat einen eigenen Fernbahnhof, und die Züge nach Leipzig Hauptbahnhof fahren häufig und schnell — wer allein mit einer Tasche nach Leipzig will, fährt damit richtig, und etwas anderes behaupten wir nicht.
Für das Auto spricht die Zwischenlage. Der Flughafen gehört zwei Städten und ist bei einer schlechten Verbindung keiner von beiden nah; Halle ist trotz gleicher Entfernung spürbar schwächer angebunden als Leipzig. Wer nach Halle statt nach Leipzig will, für den ist der Vergleich deutlich weniger eindeutig, als der Fahrplan nahelegt.
Dazu kommen die Region und die Uhr. Jena, Erfurt, Dessau, Chemnitz und das Saaletal erfordern Umstiege. Und die Ankünfte im Frachtrhythmus mitten in der Nacht landen dann, wenn der Bahnhof am leersten ist und die eingeplante Verbindung längst Feierabend hat. Zusammen ist das der Hauptgrund, warum hier Transfers gebucht werden.
Die Ankunft liegt im Erdgeschoss von Terminal B — dort wartet Ihr Fahrer mit Namensschild. Terminal A ist das zentrale Check-in-Gebäude und der Ort, an dem Abfliegende abgesetzt werden; beide bilden einen zusammenhängenden Komplex und nicht zwei getrennte Gebäude, es geht also um die richtige Tür und nicht um den richtigen Ort. Der Flug wird über die bei der Buchung angegebene Flugnummer überwacht. Die 60 Minuten Wartezeit nach der Landung zählen hier mehr als anderswo: Hinter einer verpassten Abholung um 3 Uhr an einem Frachtdrehkreuz steht sehr wenig.