Dortmund ist ein Billigflughafen am östlichen Rand des dichtesten Ballungsraums Deutschlands — und beide Hälften dieses Satzes zählen.
Den Verkehr prägen Low-Cost- und Urlaubsairlines: Wizz Air betreibt ihn als Focus City, dazu fliegen Condor, Eurowings, Pegasus und SunExpress Urlaubs- und Osteuropaziele. Das bedeutet frühe Abflüge, späte Ankünfte und einen Flugplan, der sich nicht darum schert, wann der Nahverkehr fährt. Es bedeutet außerdem eine Passagierstruktur mit vielen Familien, Gruppen und Verwandtenbesuchen — alle mit mehr Gepäck als ein Geschäftsreisender.
Die Lage bedeutet, dass ungewöhnlich viele Großstädte eine kurze statt einer langen Fahrt entfernt sind: Bochum, Hagen, Hamm, Unna, Witten und Dortmund selbst liegen nah, Essen und Düsseldorf sind erreichbar. Ein mehrgeschossiges Terminal von 2000 erledigt alles, und die Ankunft führt aus einer einzigen Tür — um ein Uhr nachts ist das etwas wert.
Die Straßenanbindung ist die A44, dazu die B1 aus Westen und die A1 in Nord-Süd-Richtung nicht weit entfernt. Der Flughafen liegt bei Holzwickede am Ostrand des Ruhrgebiets: in die eine Richtung das Sauerland, in die andere der gesamte Ballungsraum.
Ein Shuttlebus verbindet das Terminal mit dem Bahnhof Holzwickede und mit Dortmund, von dort geht es per Bahn weiter. Das funktioniert, ist günstig und für Alleinreisende am Tag die vernünftige Wahl — wenn das Ihre Reise beschreibt, nehmen Sie es.
Das Problem ist nicht die Strecke, sondern der Fahrplan. Prägend für diesen Flughafen sind späte Ankünfte und sehr frühe Abflüge — genau dann, wenn die Verbindung am dünnsten ist und ein verpasster Anschluss langes Warten in einem kleinen Terminal bedeutet. Ein Abflug um 5 Uhr heißt, um 3:30 Uhr am Terminal zu sein, und dorthin fährt planmäßig nichts.
Die Geografie des Ruhrgebiets ist die zweite Hälfte. Zwanzig Kilometer können hier drei Verkehrsverbünde und zwei Umstiege bedeuten, weil die Region aus dreißig zusammengewachsenen Städten besteht und nicht aus einer Stadt mit Vororten. Rechnen Sie das Gepäck einer Familie von einem Urlaubsflug dazu, und das Argument für ein durchgehendes Fahrzeug stellt sich von selbst.
Sie werden im Ankunftsbereich des einzigen Terminals empfangen, mit Namensschild. Dortmund hat ein Passagiergebäude, und die Ankunft führt aus einer Tür — es gibt kein Terminal zu verwechseln und keinen langen Weg nach einer späten Landung. Der Flug wird über die bei der Buchung angegebene Flugnummer überwacht. Die 60 Minuten Wartezeit nach der Landung sind hier mehr wert, als die Zahl vermuten lässt: Bei diesem Flugplan liegen sehr viele Ankünfte nach Mitternacht, wenn es weder Taxistand noch Rückfallebene gibt.
Ein mehrgeschossiges Terminal, fertiggestellt im Jahr 2000, und klein genug, dass die Ankunft aus einer einzigen Tür führt. Bei einer späten Billigflug-Ankunft ist das mehr wert, als es klingt: keine Halle zu durchqueren, kein zweiter Ausgang zu erraten und niemand, der am falschen steht.
Die Kiss-&-Fly-Zone ist volle dreißig Minuten kostenfrei — die großzügigste Haltezeit aller Flughäfen, die wir bedienen. Der Haken liegt in der Geometrie und nicht im Tarif: Sie befindet sich auf der Abflugebene, Ebene 1, und nicht vor der Ankunft. Ein Auto, das Sie „an der Tür" erwartet, steht eine Ebene über der, aus der Sie herausgekommen sind. Das ist das häufigste Missverständnis an diesem Flughafen.
Der Dortmunder Flugplan gehört Wizz Air und Ryanair — Ankünfte kurz vor Mitternacht, Abflüge vor sechs. Das ist hier das ganze Argument für ein gebuchtes Fahrzeug, und es ist ein schmales, aber echtes: Zu diesen Zeiten gibt es keinen Taxistand als Rückfallebene, und der Regionalverkehr ist am dünnsten. Dreißig Freiminuten am Bordstein helfen niemandem, für den dort niemand wartet.