Kein deutscher Flughafen ist so von der Stadt unter ihm geprägt wie Stuttgart. Das Zentrum liegt in einem steilen Kessel, der Flughafen auf den Fildern darüber — deshalb sind aus 13 km Straße nur 10 km Luftlinie, und deshalb ist die Fahrt eine Abfahrt und keine gerade Strecke. Die Topografie ist hier keine Nebensache: Sie ist der Grund, warum die Fahrzeit in die Stadt weniger berechenbar ist, als die Entfernung vermuten lässt.
Die A8 führt unmittelbar nördlich vorbei und verbindet Karlsruhe, Ulm, Augsburg und München; die B27 fällt in die Stadt ab. Die Messe Stuttgart liegt nebenan — diese Nachbarschaft bestimmt hier den ganzen Kalender: Eine Messewoche füllt Straße, Terminals und Taxistand zur selben Stunde.
Es gibt vier Terminals in einer Reihe, jedes mit eigenem Check-in: Terminal 1 für Eurowings und Turkish Airlines, Terminal 2 für Lufthansa und die Star Alliance, Terminal 3 für TUIfly und KLM, Terminal 4 für Urlaubscharter. Sie liegen an einer Straße und sind luftseitig verbunden — ein Halt am falschen Terminal kostet einen kurzen Fußweg, keine Fahrt. In Frankfurt oder München gilt das nicht. Die Ankunft liegt durchgehend auf Ebene 2, mit einer Asymmetrie, über die viele stolpern: Terminal 2 wickelt ausschließlich Abflüge ab. Es hat keine Ankunftshalle — wer dort auf dem Hinweg mit Lufthansa eingecheckt hat, kommt an Terminal 1 oder 3 zurück.
Die Region hinter dem Flughafen zählt mehr als die Stadt davor. Baden-Württemberg ist Deutschlands dichteste Konzentration von Maschinenbau und Automobilindustrie, und fast nichts davon liegt in Stuttgart selbst: Böblingen, Sindelfingen, Ludwigsburg, Esslingen, Reutlingen, Tübingen und Heilbronn sind die Arbeitsorte. Daraus entsteht viel Geschäftsverkehr zu Adressen, die keine Bahnlinie direkt bedient.
Die S-Bahn fährt unter den Terminals ab zum Hauptbahnhof und ist für eine Person mit Ziel Stuttgarter Innenstadt schneller als die Straße und deutlich günstiger — nehmen Sie sie, und in Messewochen erst recht, wenn die Straße der schlechteste Teil der Reise ist.
Ein Auto rechnet sich in der Region, nicht in der Stadt. Fahrten nach Böblingen, Sindelfingen, Ludwigsburg, Reutlingen, Tübingen oder Heilbronn sind genau die, die auf der Karte kurz aussehen und mit der Bahn zwei Umstiege bedeuten — und meist an einem Bahnhof enden, der vom Gewerbegebiet ein Stück entfernt liegt. Bei einer Geschäftsreise mit festem Termin ist genau diese Kette das Risiko.
Der zweite Fall ist der Messeverkehr, und dort zählt ein vorab festgelegter Preis am meisten. Die Messe Stuttgart liegt neben dem Flughafen — das klingt bequem und hört auf, es zu sein, sobald eine große Messe läuft: Dieselbe kurze Straße trägt dann alle anreisenden Besucher zur selben Stunde. Ein gebuchtes Fahrzeug zum vereinbarten Preis ist gegen Schlange und Preisspitze immun und fährt die konkrete Halle an.
Ihr Fahrer empfängt Sie an dem Terminal, an dem Ihr Flug ankommt — ermittelt über die bei der Buchung angegebene Flugnummer — mit einem Namensschild in der Ankunft. Stuttgart hat vier Terminals in einer Reihe an einer Straße, jeweils mit eigenem Check-in: Am falschen abgeholt zu werden, kostet einen kurzen Fußweg statt einer Fahrt — eine nützliche Sicherheitsreserve, wenn ein Gate kurzfristig wechselt. Der Flug wird überwacht, und 60 Minuten Wartezeit nach der Landung decken Passkontrolle und Gepäckausgabe bei einer normalen Ankunft ab.