Die Entfernung prägt diesen Flughafen vollständig. Der Flughafen München wurde 1992 auf freiem Feld bei Freising gebaut, und alles an einer Ankunft folgt daraus, 28,5 km draußen zu liegen: Man geht hier nicht weg, es gibt keine kurze Taxifahrt und keine günstige Improvisation, wenn um Mitternacht ein Plan platzt. Es ist der größte Abstand zwischen einem deutschen Drehkreuz und seiner Stadt.
Die Straßenanbindung ist die A92 ab dem Kreuz Neufahrn, die von der A9 abzweigt — der Achse München–Nürnberg. Der Flughafen hat eine eigene Ausfahrt, und bei freier Fahrt dauert die Strecke in die Stadt rund vierzig Minuten. Im Berufsverkehr deutlich länger; deshalb richtet sich jede Abholung hier nach Ihrer tatsächlichen Landung und nicht nach der geplanten.
Es gibt zwei Passagierterminals. Terminal 1 bedient Airlines außerhalb der Star Alliance und ist in die Module A bis E gegliedert, jedes mit eigenem Ankunftsbereich. Terminal 2, eröffnet 2003, gehört Lufthansa und den Star-Alliance-Partnern, seit 2016 mit einem Satelliten im Vorfeld, der über eine unterirdische Bahn erreichbar ist. Die Module von Terminal 1 sind dabei wichtiger als die Terminalnummer: Am falschen Ende eines Gebäudes mit fünf Modulen abgeholt zu werden, ist ein Fußmarsch mit Gepäck.
München ist ein Drehkreuz im vollen Sinn — ein Umsteigeflughafen für die Langstrecke mit großem Transferanteil, nicht bloß das Tor zu einer Stadt. Das zeigt sich daran, was hier gebucht wird: Ein erheblicher Teil der Fahrten ab diesem Terminal führt gar nicht nach München, sondern in die Alpen, an die Seen, nach Österreich oder zu einer Firmenadresse irgendwo im bayerischen Industriegürtel.
Die S-Bahn fährt unter dem Flughafen ab in die Stadt und ist die richtige Wahl für eine Person mit Handgepäck ohne Termindruck — sie braucht allerdings gut eine Dreiviertelstunde bis in die Innenstadt und hält vorher an einer langen Reihe von Stationen. Der Lufthansa Express Bus ist zu einzelnen Punkten schneller; wenn Ihr Ziel dazugehört, lohnt der Blick.
Ein Auto lohnt sich überall dort, wofür die S-Bahn nicht gebaut ist. Der erste Abflug des Tages und die letzte Ankunft liegen außerhalb. Drei oder vier Personen mit Einzelfahrscheinen übersteigen zusammen ein Fahrzeug. Und Gepäck, das fünfundvierzig Minuten lang ein- und ausgeladen werden muss, hört spätestens beim zweiten Koffer auf, eine Nebensache zu sein.
Die größte Gruppe sind Ziele, die gar nicht die Münchner Innenstadt sind. Garmisch-Partenkirchen, die bayerischen Seen, das Allgäu, Salzburg und Tirol werden ab diesem Flughafen regelmäßig gebucht, und keines davon ist eine einfache Bahnfahrt. Ebenso wenig eine Firmenadresse im Münchner Norden, an der die S-Bahn vorbeifährt — und weil ein Großteil der bayerischen Industrie außerhalb des Stadtrings sitzt, sind das sehr viele Adressen.
Ihr Fahrer empfängt Sie im Ankunftsbereich des Terminals, an dem Ihr Flug landet, mit Namensschild. In Terminal 1 bestätigen wir zusätzlich das Modul: A bis E haben jeweils einen eigenen Ankunftsbereich, das Terminal allein genügt an diesem Flughafen nicht, und ein Fahrer im falschen Modul bedeutet einen echten Fußweg. Terminal und Modul werden aus der bei der Buchung angegebenen Flugnummer ermittelt, nicht aus Ihrer Reiseplanung. Der Flug wird überwacht, und 60 Minuten Wartezeit nach der Landung decken Passkontrolle und Gepäckausgabe ab — an einem Langstreckendrehkreuz mit Non-Schengen-Ankünften nicht zu knapp bemessen.